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Eine Schule für Haitis Kinder

Projektpartner Joseph Foblas berichtet im Interview über aktuelle Entwicklungen in unserer Schule in Haiti.

Wien, 04.03.2014

Auch heute noch leidet die Bevölkerung Haitis unter den Folgen des Erdbebens im Januar 2010. Die Volkshilfe unterstützte in den vergangenen Jahren mehrere Projekte in der Region Croix des Bouquets. In Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Gesundheit und integrierte Entwicklung (CSDI) entstand unter anderem eine Schule für die Kinder der Region.

Im Interview berichtet der Zentrumsleiter Dr. Joseph Foblas von den Erfolgen des Projekts und den Zukunftsplänen.

Redaktion: Die Projekte der Volkshilfe sind im Oktober 2013 zu Ende gegangen. Wie geht es den Menschen in Croix des Bouquets aktuell?

Dr. Foblas: Es geht ihnen jetzt sehr viel besser als vor zwei Jahren. Von den zehntausend Menschen, die in Zeltstädten leben mussten, konnten fast alle in befestigte Häuser in der Nähe übersiedeln. Dass die Zeit in den Zeltlagern überdauerbar wurde, ist auch der Volkshilfe zu verdanken.

Redaktion: Können Sie die Projekte jetzt noch weiterführen?

Dr. Foblas: Der mobile Ärztedienst wurde im Dezember eingestellt. Einige ansteckende Krankheiten bleiben problematisch, doch wir verwenden noch die verbliebenen medizinischen Mittel und versorgen weiterhin die Kinder, die in unsere Schule kommen.

Redaktion: Das heißt die Schule, die Sie aufgebaut haben, wird weitergeführt?

Dr. Foblas: Ja. Wir haben über 200 Kinder vom Baby- bis ins Jugendalter, die täglich von 8 bis 13 Uhr bei uns sind. Sie bekommen mittags eine warme Mahlzeit, was sehr wichtig und in vielen Familien keine Selbstverständlichkeit ist.

Redaktion: Was war für Sie der größte sichtbare Erfolg des Projekts?

Dr. Foblas: Einige Kinder unserer Schule sind zum offiziellen Staatsexamen angetreten und alle haben bestanden. Das ist etwas ganz Besonderes für unsere Kinder. Die Stadt hat uns ebenfalls Anerkennung zukommen lassen. Wir haben ein Grundstück erhalten, auf dem wir jetzt ein befestigtes Schulgebäude bauen können.

Redaktion: Was ist notwendig, damit dieses Schulgebäude entstehen kann?

Dr. Foblas: Die offiziellen Dokumente und die Pläne sind bereits da, wir könnten jederzeit mit dem Bau beginnen, doch noch fehlen die finanziellen Mittel. Aktuell suchen wir gemeinsam mit den Eltern Organisationen, die uns dabei unterstützen.

Redaktion: Was ist noch zu tun, was sind ihre weiteren Pläne?

Dr. Foblas: Wir haben eine Befragung gemacht, die ergab, dass vor allem die jungen Mädchen gerne einen Beruf erlernen möchten, z.B. die Arbeit mit Holz, Schneiderei. Die Berufsausbildung würde ihnen mehr Zukunftsperspektiven eröffnen. Wir möchten den Mädchen das sehr gerne ermöglichen.

Redaktion: Vielen Dank für das Interview Dr. Foblas! Möchten Sie noch etwas hinzufügen?

Dr. Foblas: Ich möchte mich nochmals bei der Volkshilfe Österreich für ihre Hilfe bedanken. 85% der Schulen auf Haiti sind Privatschulen. Ohne uns bekommen die Kinder hier keine Schulbildung. Darum wollen wir weitermachen.

Redaktion: Danke für das Interview!

 

Dr. Foblas wurde als 10. Kind einer 13-köpfigen Familie in Haiti geboren. Als einziger seiner Familie konnte er einen Universitätsabschluss in Medizin in Kanada absolvieren. Nach seinem Studium kehrte er nach Haiti zurück. 1994 nahm er mit seiner selbstgegründeten Nicht-Regierungsorganisation CSDI die Arbeit im Zentralplateau von Haiti auf. Seit dem Erdbeben im Jänner 2010 hilft er mit einem 30-köpfigen Team den Menschen in den Zeltlagern von Port-au-Prince.

Bauen Sie mit uns eine Schule in Haiti!

Mit Ihrer Spende können wir die Schule von Dr. Foblas unterstützen, um ein befestigtes Schulgebäude für die Zukunft zu bauen. www.volkshilfe.at/haiti

Spendenkonto:
PSK 1.740.400
BLZ 60.000
Kennwort „Haiti“

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Im Bild: SchülerInnen freuen sich über das Abschlusszeugnis in unserer Schule in Haiti

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