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Arbeit ist ein Menschenrecht

Durch zahlreiche arbeitsmarktpolitische Projekte unterstützt die Volkshilfe Menschen beim Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt. Allein in Oberösterreich konnten dadurch bereits 5.000 Menschen wieder Fuß in  der Arbeitswelt fassen.

Wien, 26.04.2014

Inmitten des Linzer Industriegebiets kann man schon von weitem das rote Volkshilfe-Gebäude erkennen. Auf der Fassade sticht einem gleich der Schriftzug „Arbeit durch Textilrecycling“ ins Auge.

In diesem Gebäudekomplex ist das Büro von Martin Zwicker. Martin Zwicker ist stellvertretender Geschäftsführer der Volkshilfe Arbeitswelt, ein gemeinnütziges Unternehmen der Volkshilfe Oberösterreich, das Textilien verwertet: „Unser Betrieb verfolgt zwei Ziele. Einerseits verwerten wir Alttextilien und leisten einen Beitrag zum Umweltschutz. Andererseits bieten wir Menschen, die aufgrund von Langzeitarbeitslosigkeit oder Behinderung benachteiligt sind, berufliche Perspektiven.“

Recycling mit Mehrwert

Gleich hinter dem Bürogebäude verbirgt sich eine der Sortierungs- und
Aufbereitungsstellen für Altkleider. MitarbeiterInnen sind dort damit  beschäftigt, die Kleidung nach Qualität und Größe zu sortieren und für den
Verkauf aufzubereiten. Jährlich werden in Oberösterreich 2.000 Tonnen Altkleider gesammelt. „Ein Teil der Kleidung wird in den eigenen Volkshilfe Shops verkauft, ein weiterer Teil der Ware wird für den Großhandel aufbereitet“, erklärt Zwicker.

Beschädigte Kleidungsstücke werden etwa zu Putzlappen verarbeitet und in der lokalen Industrie wiederverwendet. Gespendete Kleidung wird auch gezielt an soziale Einrichtungen weitergegeben. Beispielsweise geliefert die Volkshilfe Notschlafstellen, Frauenhäuser, oder greift etwa im Rahmen der Hochwasserhilfe Betroffenen unter die Arme.

„Die Volkshilfe Arbeitswelt beschäftigt rund 500 MitarbeiterInnen, ungefähr 300 arbeiten in der Textilverarbeitung“, erzählt Zwicker. Besonders stolz ist der Bereichsleiter auf die hohe Vermittlungsrate: „Bisher haben durch unsere professionelle und individuelle Beratung, durch Schulung, Qualifizierung und Beschäftigung in wirtschaftsnahen Betrieben fast 5.000 Menschen wieder am Arbeitsmarkt Fuß gefasst.“

Verkauf in den Volkshilfe-Shops

Die Volkshilfe Arbeitswelt hat sich in Oberösterreich auf unterschiedliche Berufsfelder spezialisiert. Neben dem Textilbereich gibt es auch Transitarbeitsplätze im Elektrogeräte-Recycling oder in den Volkshilfe-Shops. In diesen Secondhandläden wird die Kleidung zu etwa 10 Prozent es Neupreises angeboten. In den insgesamt 16 Volkshilfe-Shops wird jeder fündig, denn elektronische Geräte und Möbel, aber auch Bücher und Geschirr findet man im Angebot. „Die Waren gelangen durch Spenden oder über die Altstoffsammlung zu uns“, erklärt Zwicker, „zudem holt die Volkshilfe Arbeitswelt auch selbst Waren ab, Voraussetzung ist, dass die Dinge noch brauchbar und sauber sind.“

Auf die Funktionstüchtigkeit der Ware, insbesondere der Elektrogeräte, kann man sich verlassen – das zeigt auch ein Lokalaugenschein beim Volkshilfe-Standort am Avenariusweg. Unter den wachen Augen von Volkshilfe-Mitarbeiter Günther Tomschik überprüfen die MitarbeiterInnen jedes gesammelte Elektrogerät. Ein Barcode am Gerät schafft Transparenz, denn hier werden alle Arbeitsschritte dokumentiert. Kaputte Geräte werden
fachgerecht auseinandergebaut, um die Rohstoffe zu trennen. „Derzeit zerlegen wir etwa alte Stromzählgeräte“, erzählt Günther Tomschik. Man repariere aber auch nicht mehr funktionsfähige Elektrogeräte, um sie dann in einem der Shops zu verkaufen, „denn oft sind nur Kleinigkeiten kaputt, die in fünf Minuten ausgetauscht sind“, weiß Tomschik.

Projekte in ganz Österreich

Arbeitsmarktpolitische Projekte haben in der Volkshilfe österreichweit
eine große Bedeutung. „Die Volkshilfe bietet insgesamt 38 Projekte an. Wir unterstützen Menschen mit Behinderung, Menschen mit geringer Qualifizierung, Jugendliche, Langzeitarbeitslose und WiedereinsteigerInnen“, erklärt Marina Einböck, Arbeitsmarktexpertin der Volkshilfe Österreich „Wichtig ist uns, dass die Teilnahme an unseren Beschäftigungsprojekten freiwillig ist, denn nur so bietet sie für alle Beteiligten einen Mehrwert.“

Gerade in wirtschaftlichen Krisenzeiten spitzt sich die Situation am
Arbeitsmarkt zu. „Arbeit ist eine wesentliche Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben. Arbeit zu haben, bedeutet Armut zu vermeiden und an der Gesellschaft teilzuhaben“, ist Volkshilfe Präsident Josef Weidenholzer überzeugt.

Die Volkshilfe tritt seit vielen Jahren für das Recht auf Arbeit für alle ein. Im Mittelpunkt steht die Chancengleichheit. „Wir unterstützen Menschen, die an den Anforderungen des Arbeitsmarktes scheitern. Diesen wertvollen
gesellschaftlichen Beitrag können wir nur mit Unterstützung von starken
Partnern leisten“, fasst Weidenholzer zusammen. Die  arbeitsmarktpolitischen Projekte der Volkshilfe kann aber jeder Mensch ganz einfach unterstützen: Sachspenden sind ebenso willkommen, wie auch Schnäppchenjäger in den Volkshilfe Shops.

Mehr Infos: www.volkshilfe.at/arbeit

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