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Stille Kundgebung an die Hunderten Toten im Mittelmeer

Stille Gedenkkundgebung an die Hunderten Toten im Mittelmeer: Heute, 18 Uhr, Minoritenplatz Wien

Wien, 20.04.2015

700 Menschen in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Männer, Frauen, Kinder. Man mag sich nicht vorstellen, was in diesen Minuten geschah, als sich die Lungen mit Wasser füllten und jede Hilfe aussichtslos schien. Das Mittelmeer ist längst zu einem Massengrab geworden. Tausende liegen hier nebst jenen Idealen begraben, auf die wir in Europa ansonsten zu Recht stolz sein dürfen: Freiheit, Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe. Die Europäische Union mag Trägerin des Friedensnobelpreises sein. Klar ist: Ihr Umgang mit Flüchtlingen verdient diesen Preis nicht. Als im Herbst 2013 hunderte Menschen vor der Flüchtlingsinsel Lampedusa ertrunken sind, war die Betroffenheit groß. Doch gelernt haben wir nichts. Im Gegenteil: Die Rettungsaktion Mare Nostrum wurde eingestellt und durch eine Aktion ersetzt, deren oberstes Ziel der Schutz von Grenzen und nicht der Schutz von Menschen ist.

700 Menschen. In der Nacht von Samstag auf Sonntag.

Gemeinsam mit der Caritas, der Diakonie, UNHCR Österreich, SOS Mitmensch, Amnesty und dem Österreichischen Roten Kreuz rufen wir heute Abend ab 18 Uhr zu einer stillen Kundgebung am Minoritenplatz auf – in Gedenken an jedes einzelne der Opfer.
 
Kommen Sie hin, nehmen Sie ihre FreundInnen, Bekannten und Angehörigen mit. Bringt Kerzen mit. Auf einer Gedenktafel wird es auch die Möglichkeit geben, im Gedenken an die Opfer ein paar Zeilen zu hinterlassen.
 
Setzen Sie heute gemeinsam mit uns ein Zeichen. Für mehr Rettungsringe. Mehr Menschlichkeit. Und eine Politik, die keine Menschen auf dem Gewissen hat.
 
Es muss sich etwas ändern.

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