zurück

Die Volkshilfe hat eine neue Präsidentin!

Die neue Präsidentin der Volkshilfe, Barbara Gross, im Interview über ihre Ziele und Visionen.

Wien, 29.05.2015

Liebe Barbara Gross, wir möchten zuerst unsere herzlichste Gratulation aussprechen! Du begleitest die Volkshilfe Steiermark ja bereits seit 1994 als ehrenamtliche Präsidentin und Vorsitzende des Aufsichtsrates. Was ist für Dich das Besondere, das Einzigartige an der Organisation?

Ganz besonders ist für mich der Zusammenhalt eines starken ehren- und hauptamtlichen Teams, das sich aktiv für eine gerechtere und solidarischere Welt engagiert. Aber auch die Art und Weise, wie wir gemeinsam arbeiten und auftreten. Mit Herz und Verstand – ein Leitgedanke, der inzwischen Leidenschaft und Versprechen gleichermaßen geworden ist.


Wie würdest Du Dich selbst in einigen wenigen Sätzen beschreiben?

Mit Herz und Verstand bei der Sache – loyal und leidenschaftlich!


Nach Luise Renner, die im März 1947 zur ersten Präsidentin gewählt wurde, bekleidete keine Frau mehr das Amt. Umso mehr freut es uns, mit Dir wieder eine Präsidentin an Bord zu haben! Welche Ziele strebst Du in den nächsten Jahren innerhalb dieses Amtes an und welche Anliegen sind Dir besonders wichtig?

Das ist einmal die ehrenamtliche Arbeit. Betroffenen eine Stimme geben und sie bei der Bewältigung ihres Lebensalltages zu unterstützen, gehört zum Grundverständnis unserer Arbeit. Wir von der Volkshilfe müssen als Teil der Zivilgesellschaft die Demokratie stärken und Menschen sinnstiftende Betätigungsfelder vor allem in der Armutsbekämpfung anbieten.

Ein weiteres Anliegen ist mir auch die Einführung einer staatlichen und solidarisch finanzierten Pflegesicherung. Ich werde mich dafür einsetzen, dass in einem der reichsten Länder der Welt Pflege und Betreuungsbedürftigkeit von Menschen kein individuelles Risiko sein darf.

Es ist mir auf Grund der vielen Gespräche mit den hauptamtlichen MitarbeiterInnen der vielfältigen sozialen und gemeinnützig organisierten Dienste wichtig geworden, dafür einzutreten, den sozialen Mehrwert gemeinnütziger – also nicht gewinnorientierter – Dienstleistungen für unsere Gesellschaft, wo immer es mir möglich ist, hervorzuheben.

„Benachteiligungen beseitigen, Erfolge ermöglichen“ beschreibt den Kern der Volkshilfe, der in allen Tätigkeitsbereichen der Organisation, egal ob Pflege, Armut oder Internationale Hilfe und von allen MitarbeiterInnen gelebt wird. Wie erlebst Du diesen Kern in Deiner täglichen Arbeit?

Die Landesorganisation aus der ich komme, beschäftigt knapp 3.000 MitarbeiterInnen und betreut täglich an die 10.000 große und kleine Menschen in der Steiermark. Rund 800 ehrenamtliche MitarbeiterInnen sind auf vielfältige Art und Weise nah am Menschen für andere da.

Bei meinen Besuchen der Kinderbetreuungs- und Pflegeeinrichtungen und in den Gesprächen mit MitarbeiterInnen habe ich viele große und kleine Erfolgsgeschichten beobachtet und erzählt bekommen.

Ich habe aber auch die Sorgen, den wachsenden Druck, der bei und mit der Arbeit entsteht, gespürt.

Wir müssen mit unseren MitarbeiterInnen – egal ab haupt- oder ehrenamtlich – noch viel mehr sprechen und diskutieren, damit neben allen Problemen die wir in unserer Volkshilfe auch haben, die eigentliche Motivation, nämlich Benachteiligungen beseitigen und Erfolge ermöglichen, sichtbarer gemacht werden kann.


Zu guter Letzt: Was möchtest Du den tausenden haupt- und ehrenamtlichen Volkshilfe-MitarbeiterInnen und den Volkshilfe-Mitglieder zum Antritt Deiner neuen Aufgabe gerne sagen?

Die Volkshilfe ist „die Volkshilfe“ weil es vor allem die tausenden ehren- und hauptamtlichen MitarbeiterInnen gibt. Ich kann nicht oft genug Dank und Respekt aussprechen, für alles, was unsere MitarbeiterInnen und FunktionärInnen in der Volkshilfe leisten.

Vor uns allen liegt viel Arbeit. Lasst uns gemeinsam, wie wir das seit nun gut 68 Jahren tun, an diese Arbeit herangehen. Und lasst mich, sehr persönlich, für das große Vertrauen danken.


Liebe Barbara Gross, wir wünschen Dir alles Gute für die kommenden Jahre als Präsidentin der Volkshilfe und freuen uns darauf, uns mit Dir an unserer Spitze, auch weiterhin und lauter denn je für eine gerechtere Welt einzusetzen!

VOLKSHILFE SALZBURG | Innsbrucker Bundesstraße 37, 5020 Salzburg | drucken
MAIL office [at] volkshilfe-salzburg [dot] at |TEL +43 662 42 39 39 | FAX +43 662 42 39 39 5