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Österreich soll Zufluchtsort bleiben!

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Der neueste Sozialbaromter zum Thema Asyl & Migration zeigt: Die ÖsterreicherInnen wünschen sich, dass ihr Land ein Zufluchtsort bleibt!

Wien, 19.06.2015

Menschen, die ihre Häuser, ihre Familien und FreundInnen verlassen, haben gute Gründe. Wenn in einem Land Krieg herrscht, das eigene Leben gefährdet ist, Konflikte zwischen Gruppen immer wieder eskalieren, dann sind Menschen in ihrem Heimatland nicht mehr sicher.

Das sehen auch die ÖsterreicherInnen so. Denn die neueste Volkshilfe-Befragung mit mehr als 1.000 ProbandInnen zeigt, dass die Bevölkerung dem Thema offener gegenüber steht, als vielfach erwartet. So spricht sich eine klare Mehrheit von zwei Drittel der Befragten dafür aus, dass Österreich schutzbedürftigen Menschen Asyl gewähren soll. Hinsichtlich konkreter Maßnahmen zur besseren Unterstützung von Flüchtlingen in Österreich sprechen sich sechs von zehn dafür aus, unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen ebenso wie einheimischen Kindern Grundversorugng und Schulbesuch zu ermöglichen.

Erich Fenninger, der Bundesgeschäftsführer der Volkshilfe sagt zu den Ergebnissen: "Die BürgermeisterInnen brauchen also keine Angst zu haben vor der Bevölkerung: Diese steht dem Thema offener gegenüber, als vielfach erwartet. Die Verantwortlichen müssen das Bild der Unlösbarkeit des Asyl-Problems mit systematisch geplanten Maßnahmen auflösen. Es braucht klare und standardisierte Abläufe und Zuständigkeiten für unterschiedliche Szenarien".

Auch Christian Schörkhuber, Geschäftsführer der Flüchtlings- und MigrantInnenbetreuung der Volkshilfe Oberösterreich  zeigt sich erfreut über die Ergebnisse und wünscht sich diesen lösunsgorientierten Spirit auch von der Innenministerin bzw. der Bundesregierung: "Einzelne Gemeinden und auch Privatpersonen gehen mit guten Beispielen voran und bestätigen, dass - wenn den Sorgen in der Bevölkerung mit Information begegnet wird - menschenwürdige Lösungen möglich sind".

Fenninger und Schörkhuber fordern ein systematisch geplantes Maßnahmenbündel, das Folgendes umfassen muss:

  • Sofortige Beseitigung der Zeltlager und Überstellung der Flüchtlinge in leerstehende öffentliche Gebäude oder Privatquartiere.
  • Sofortige Behebung der Missstände in Massenquartieren und ein entsprechendes Planungs- und Notfallmanagement
  • Anhebung des Tagsatzes und aller Mittel, die die Betreuung und Grundversorgung von schutzbedürftigen Menschen verbessert.
  • Sofortige Öffnung des Arbeitsmarktes für Asylsuchende, die bereits länger als 6 Monate im Asylverfahren sind.

Die Volkshilfe setzt sich im Kampf gegen Armut insbesondere für die Anliegen von benachteiligten Kindern ein. „Daher ist es uns ein besonderes Anliegen, den unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen eine Stimme zu verleihen“, betont Fenninger: „Gerade diese Kinder brauchen einen besonderen Schutz. Die Verarbeitung der traumatisierenden Erlebnisse kann Jahre oder gar ein Leben lang in Anspruch nehmen".

Momentan befinden sich über 2.000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Österreich. Nur ca. 200 dieser Kinder sind in passenden Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe untergebracht. Außerdem sind die Tagsätze für die unbegleiteten Minderjährigen zu gering. Die finanziellen Mittel, die von der öffentlichen Hand für sie aufgewendet werden, betragen ca. die Hälfte der Bedarfsorientierten Mindestsicherung für österreichische Kinder. "Das ist schlicht zu wenig", sagt Fenninger und betont: "Kinder, die flüchten müssen, bleiben Kinder. Auch und gerade auf der Flucht haben sie besondere Bedürfnisse, die wir berücksichtigen müssen."

Abschließend fordert er die Übernahme sämtlicher unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge in die Verantwortung der Kinder- und Jugendhilfe mit den gleichen Unterbringungsstandards, wie für österreichische Kinder. Dazu gehört nicht nur die Unterbringung entsprechend ihrem Alter und ihrer Entwicklung, sondern auch ein spezielle qualifiziertes Personal, Beratung und Begleitung durch DolmetscherInnen und SozialarbeiterInnen sowie keine Verhängung von Schubhaft. Nicht zuletzt fordert Fenninger eine Erhöhung der Tagsätze auf das Niveau der Kinder- und Jugendhilfe als Zeichen dafür, dass unbegleitete minderjährige Flüchtlinge keine "halben Kinder" sind.

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