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solidART for refugees

Volkshilfe ruft Plattform für humanes und solidarisches Österreich ins Leben

Wien, 28.08.2015

Gemeinsam mit KünstlerInnen, Intellektuellen und engagierten BürgerInnen fordert die neue Initiative die Zivilgesellschaft dazu auf, für ein soziales, humanes und solidarisches Österreich einzutreten.

Multi-Organversagen der Republik

Erich Fenninger, der Direktor der Volkshilfe Österreich, betonte im Rahmen der heutigen Pressekonferenz, dass die Situation besonders für die vielen unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge dramatisch sei. „Sie müssen, unabhängig von ihrer Herkunft, von der Kinder- und Jugendwohlfahrt betreut werden. Viele PolitikerInnen nehmen ihre Verantwortung nicht wahr, es ist ein Multi-Organversagen der Republik.“

Wien zeigt Haltung

Sehr positiv in diesem Zusammenhang sei hingegen die Haltung der Stadt Wien, die klar gestellt habe, dass sie auch über die Quote hinaus Menschen aufnehme. „Mit dieser Haltung in allen Bundesländern wäre die Herausforderung rasch bewältigt“, so Fenninger.

KünstlerInnen, Intellektuelle und engagierte BürgerInnen

Angesichts dieser Situation hat die Volkshilfe KünstlerInnen gebeten, sich ebenfalls zu Wort zu melden. Aber auch Stimmen aus der Zivilgesellschaft kommen im Rahmen der neuen Plattform zu Wort.

Julya Rabinowich, Dramatikerin und Malerin sagte, es sei absurd zu glauben, dass sich verzweifelte Menschen von Zäunen abhalten lassen würden oder von den Zuständen in Traiskirchen. „Sie werden immer Wege finden, Grenzen zu umgehen, Zäune zu überklettern und unter Stacheldrähten durchzukriechen. Es wird nur immer gefährlicher. Das müssen die verantwortlichen PolitikerInnen in Europa doch endlich einsehen“, so Rabinowich.

Sabine Gruber, erfolgreiche Schriftstellerin, nahm Stellung und findet „dass Literatur dazu beitragen kann, anders wahrzunehmen, sich hineinzufühlen, als „Empathieschulung zu fungieren.“ Derzeit sei die Haltung des reichen Europa einfach beschämend.

Der Autor Vladimir Vertlib sagte: „Ich hätte mir vor 30 Jahren nicht vorstellen können, dass sich im schönen Österreich solche Szenen wie in Traiskirchen oder jetzt im Flüchtlingstransporter abspielen könnten." Es gehe um Menschen, die überleben wollen, das dürfe man nie vergessen.

Nadia Rida, die Initiatorin der Demo „Mensch sein in Österreich“, die am kommenden Montag in Wien stattfinden wird, erklärte ihre Beweggründe, als Privatperson eine Demonstration zu organisieren: „Angesichts der Situation dürfen wir nicht in Resignation und Ohnmacht verfallen. Wir können alle etwas tun, sonst haben wir als Mensch versagt.“

Von Solidarität bis Protest

Die neu ins Leben gerufene Plattform wird noch breiter und für Spendenaktivitäten ebenso genutzt werden wir für den künstlerischen Ausdruck von Solidarität bis Protest. Die Aktion wird auch von Robert Menasse, Peter Turrini, Harald Krassnitzer, Werner Gruber, Valerie Fritsch, Cornelius Obonya, Konrad Paul Liessmann, Erika Pluhar, Ursula Strauss, Wanda, Heinz aus Wien, 5/8erl in Ehr'n sowie Christoph & Lollo und Christian Kolonovits unterstützt und wird täglich größer.

Fenninger stellt zusammenfassend fest: „Mit der Plattform „solidART for refugees“ rufen wir gemeinsam die Zivilgesellschaft dazu auf, für ein soziales, humanes und solidarisches Österreich einzutreten. Für ein Österreich, in dem die Menschenrechte nicht mit den Füßen getreten, sondern als wichtige Errungenschaft respektiert werden.“

Wir sind sauer

Am Ende wurde eine Social Media Aktion unter dem Titel „Wir sind sauer“ vorgestellt, die von der Sängerin Niddl unterstützt wird und auf Facebook zu Spenden für die Volkshilfe Flüchtlingshilfe aufruft.


 

Volkshilfe Solidarität, PSK

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Kennwort: Flüchtlingshilfe

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