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Wir dürfen pflegende Angehörige nicht vergessen!

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Sozialbarometer zeigt: Trotz hoher Anzahl an Betroffener nicht ausreichendes Angebot an psychosozialer Betreuung für pflegende Angehörige. Außerdem: Vereinbarkeit von Pflege und Beruf nicht ausreichend gegeben.

Wien, 24.09.2015

„Obwohl in Österreich rund 130.000 an Demenz erkrankte Menschen leben, fühlen sich diese und ihre Angehörigen oft völlig alleine gelassen und mit der Pflegesituation überlastet“, sagt Erich Fenninger, Direktor der Volkshilfe Österreich in seiner emotionalen Einleitung im Rahmen der heutigen Pressekonferenz der Volkshilfe und Alzheimer Austria. Tatsächlich ist in Österreich fast jede fünfte Person direkt mit Pflegenden in naher Verbindung oder selbst betroffen. „Bei Demenzerkrankung ist vor allem die doppelte Belastung für pflegende Angehörige ein Thema, da neben körperlichen Änderungen auch Verhaltensänderungen bei den an Demenz erkrankten Personen zu beobachten sind“, ergänzt Monika Natlacen, Vize-Präsidentin von Alzheimer Austria und appelliert: „Wir dürfen die pflegenden Angehörigen mit dieser Aufgabe nicht alleine lassen“.

Sozialbarometer zeigt: Angebot an Beratung für Angehörige nicht ausreichend

Zur Frage, ob pflegende Angehörige durch ein ausreichendes Angebot an psychosozialer Beratung durch die öffentliche Hand unterstützt werden, zeigt sich, dass 50 Prozent jener, die zumindest Pflegende einer an Demenz erkrankten Person kennen, bzw. von der Pflege selbst betroffen sind, das Angebot – vor allem an psychosozialer Beratung – als nicht ausreichend einschätzen.

Diese Daten bestätigen auch die Umfrageergebnisse aus dem letzten Jahr: Tageszentren und Angehörigenberatung fehlen nach Meinung der Bevölkerung nach wie vor und sind häufig nicht leistbar. Dabei ist gerade die Unterstützung auf allen Ebenen wichtig: „Die Erfahrung aus der Praxis und Studien zeigen, dass je mehr Aufklärung und Information über die Krankheit bei den pflegenden Angehörigen vorhanden sind, desto besser können sie mit der Situation umgehen“, sagt Fenninger.

Handlungsbedarf besteht auch nach wie vor bei den Unternehmen, wenn MitarbeiterInnen eine Pflegesituation zu Hause haben. Auf die Frage, ob es möglich wäre, eine Pflegesituation zu Hause mit dem Beruf zu vereinbaren, antworten zwei Drittel aller Befragten mit Nein bzw. Eher nein. Noch pessimistischer sehen dies die Berufstätigen. Hier geben mehr als drei Viertel (76 Prozent) an, dass sie eine Pflegesituation zu Hause nicht mit ihrem Beruf vereinbaren könnten. 14 Prozent der Berufstätigen können sich die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege vorstellen, während 10 Prozent dazu keine Angabe machen. „Es ist wichtig, dass Angehörige sich eigene Freiräume einplanen, ein Helfernetz aufbauen und auf ihre eigene Gesundheit und ihr Wohlbefinden achten, anstatt auf ihre persönlichen Interessen und Prioritäten zu verzichten. Nur wenn es ihnen gut geht, geht es der an Demenz erkrankten Person gut“, sagt Monika Natlacen.

Alle Infos zum Volkshilfe Sozialbarometer

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