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Volkshilfe Fachtagung 2015

Der Internationale Tag zur Beseitigung der Armut am 17. Oktober ist für die Volkshilfe jährlich ein Anlass, das Thema in den Mittelpunkt zu stellen. Bereits zum dritten Mal lud die Volkshilfe am 14. Oktober zur Fachtagung über Kinderarmut an die FH Campus Wien

15. Oktober 2015

Gemeinsam mit der FH Campus Wien veranstaltete die Volkshilfe Österreich eine Fachtagung, bei der internationale ExpertInnen aus dem Bereich Pädagogik Aspekte der Armutsbekämpfung aus theoretischer und praktischer Sicht präsentierten und diskutierten.

Nach der Begrüßung durch die Departmentleiterin für Soziales der FH Campus Wien FH-Prof.in Dr.in Barbara Bittner richtete sich Mag.(FH) Erich Fenninger, DSA und Direktor der Volkshilfe Österreich mit seinem Referat an das Publikum. Er betonte, dass es der Volkshilfe wichtig ist, beim Thema Kinderarmut ganz genau hinzusehen. Denn es gibt viel mehr Aspekte, die in einer oberflächlichen Betrachtung zu kurz kommen. Detailliert ging er auf Gründe und Folgen von Kinderarmut ein: "Was mit armutsbetroffenen Kindern passiert, wirkt sich auf die gesamte Gesellschaft aus. Es braucht Bestrebungen auf allen Ebenen, wir müssen parteiisch und empathisch benachteiligte Kinder unterstützen", sagt Fenninger.

Mag.a Marina Einböck (Leitung Sozialpolitik Volkshilfe Österreich) und Dr.in Michelle Proyer (Institut für Bildungswissenschaft, Universtität Wien) präsentierten in ihrem Vortrag erste Einblicke aus einer Erhebung, die in zwei österreichischen Gemeinden durchgeführt wurde und die Lebenswelten und Netzwerke von armutsbetroffenen, armutsgefährdeten und nicht-armutsgefährdeten Kindern darstellt. Sie berichteten über die Aktivitäten, die diese Kinder in Anspruch nehmen, ihre Möglichkeiten, Unterstützung bei Problemen zu bekommen und weitere spannende Aspekte wie ihr Armutsverständnis und ihre Wünsche an ihre Umgebung.

Prof.in Dr.in Margherita Zander von der FH Münster beschäftigt sich in ihrem Vortrag mit der konkreten Frage, was Kinder stärkt: "Kinderarmut stagniert auf erschreckend hohem Niveau in Wohlstandsgesellschaften in Österreich und Deutschland", sagt Zander. In ihrem Vortrag ging sie zuerst auf kindliche Bewältigungsstrategien von Armut ein, um sich anschließend der Frage zu widmen, wie Kinder bei dieser Bewältigung unterstützt werden können. Hier setzt die Resilienzforschung an, die sie wie folgt definiert: "Resilienz ist die seelische Widerstandskraft, die es Jugendlichen und späteren Erwachsenen ermöglicht, außergewöhnliche Belastungen unbeschadeter zu bewältigen, als es eigentlich erwartet werden würde".

Dipl.-Päd. Constance Cauers (Theaterpädagogin am Volkstheater Wien), Mag.a Marion Hackl (stv. Wissenschaftliche Leiterin des Institutes für Kinderrechet), Dr. Richard Krisch (Soziarbeiter, Wiener Jugendzentren) und Mag.a Sandra E. Velásquez (Klinische Kinder-, Jugend- und Familienpsychologin, Verein "Kind, Familie, Umwelt") diskutierten im Rahmen eines Roundtables, was es in der Praxis bedeutet, Kinder zu stärken.

Den krönenden Abschluss der Fachtagung bildeten Ausschnitte des Theaterprojektes "Ausblicke nach Oben", einer Produktion des Volkstheaters Wien in Kooperation mit der Volkshilfe Österreich. 18 Kinder und Jugendliche mit neuen verschiedenen nationalen und kulturellen Hintergründen bringen dabei ihre Visionen, Ängste und Träume auf die Bühne und überlegen: Warum können wir hier nicht wie in einem Ameistenstaat leben? Warum darf man erst nach den Hausaufgaben faul sein? Wenn es das Bedingungslose Grundeinkommen gäbe, wer würde dann noch putzen? Die kritischen BeobachterInnen unseres Systems zeigen nicht nur Missstände auf, sondern entwerfen auch Alternativen mit Ausblick nach oben. Spielzeiten des Stücks unter der Regie von Constance Cauers und Malte Andritter finden Sie hier.

Alle Bilder zur Fachtagung finden Sie hier.

Alle Vorträge online nachsehen:

Referat Erich Fenninger

Referat Margherita Zander

Roundtable "Kinder stärken"

Ausschnitt aus dem Theaterstück "Ausblick nach oben" 

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