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Kampagne für Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge

Als eine von 45 Organisationen unterstützt die Volkshilfe die Kampagne "Keine halben Kinder", mit der auf die Ungleichbehandlung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge in Österreich aufmerksam gemacht wird.

Wien, 2. Juni 2016

Die UN-Kinderrechtskonvention verspricht allen Kindern unabhängig von Status, Religion, Herkunft und Geschlecht die Deckung von essentiellen Bedürfnissen, Schutz und Beteiligung. Minderjährige Flüchtlinge werden jeodch in wesentlichen Bereichen des Lebens wie Gesundheit, Bildung, Entwicklung, Betreuung sowie Teilhabe in ihren Rechten beschnitten. Auf diese Ungleichbehandlung aufmerksam zu machen, ist das Ziel der Kampagne „Keine halben Kinder“, die von mehr als 45 Organisationen gemeinsam unterstützt wird.

Derzeit sind rund 6.400 minderjährige Flüchtlinge - hauptsächlich aus Afghanistan, Syrien und dem Irak - in der Grundversorgung. Für diese jungen Menschen müssen die Rahmenbedingungen für ein gelingendes Leben und eine positive Lebensperspektive geschaffen werden. Mit der Kampagne möchten die Organisationen die Öffentlichkeit und Entscheidungsträger über Kinderrechtsverletzungen an minderjährigen Flüchtlingen informieren und auch Menschen ansprechen, die bis dato wenig mit der Thematik zu tun hatten. Wir möchten erreichen, dass wieder das Kind im Flüchtling gesehen wird und nicht der Flüchtling im Kind.

 

Die Forderungen der Kampagne „Keine halben Kinder“ im Detail:

  • Recht auf ein faires Verfahren: Faire, kindgerechte und zügige Asylverfahren
  • Recht auf Betreuung und Schutz: Ausreichende und dem Kindesalter angemessene Betreuungsplätze, Tagsatzanpassung an die Tarife der Kinder- und Jugendhilfe, Verantwortungsübernahme für minderjährige Flüchtlinge bereits ab dem ersten Tag.
  • Recht auf Leben, Bildung und Entwicklung: Geeignete Bildungs- und Integrationsmaßnahmen, die einen Weg zu einem selbständigen Leben ermöglichen, sowie Unterstützung bei der Eingliederung in die österreichische Gesellschaft.
  • Recht auf Gesundheit, Partizipation und Teilhabe: Psychologische Maßnahmen zur Aufarbeitung erlebter Traumata sowie Begleitung, Dolmetsch und Beratung. Partizipation sowie eine verständliche, muttersprachliche Information in den Bereichen Gesundheit und Recht sowie eine Orientierungshilfe  für  österreichische Systeme und Netzwerke.
  • Recht auf elterliche Fürsorge: Die Umsetzung des Kinderrechts und des europäischen Menschenrechts auf Privat- und Familienleben, wozu das Recht auf ein Leben mit den Eltern gehört. Familiennachzug ohne menschenrechts- und kinderrechtswidrige Beschränkungen.
  • Recht auf Gleichbehandlung: Gleiche Rechte für alle Kinder – keine halben Kinder!

Zur Website der Kampagne geht's hier. Zudem freuen wir uns über viele "Likes" und "Shares" der Facebook-Seite.

 

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