Jedes 5. Kind ist arm.

Kinderarmut in Salzburg

Zahlen zum Thema Kinderarmut werden meist auf Bundesebene erhoben und stehen daher auf Bundesländer heruntergebrochen oft nicht zur Verfügung. Dennoch wissen wir, dass in Salzburg 23.000 Kinder, Jugendliche und (finanziell) abhängige, junge Erwachsene bis 24 Jahren armuts- und ausgrenzungsgefährdet sind!
Das entspricht immerhin 18% dieser Altersgruppe! Also fast jedes 5. Kind oder junge/r Erwachsene/r ist davon in Salzburg betroffen! Im Alter bis 14 Jahre sind es sogar 20%, die betroffen sind!
Nicht überraschend ist, dass es österreichweit 45% der „Ein-Eltern-Haushalte“ betrifft! Fehlende oder kostenintensive Betreuungseinrichtungen zwingen die Alleinerzieher*innen oft in Teilzeitarbeit und damit in die Armutsbetroffenheit!

In Salzburg wird die Situation durch die Rahmenbedingungen noch besonders verschärft: Die Mieten sind besonders in der Stadt Salzburg exorbitant teuer und dürften die höchsten in Österreich sein: so bezahlt man für eine ca. 60m² große Wohnung durchschnittlich 13,58 € Kaltmiete pro Quadratmeter! Aber auch in den Salzburger Bezirken ist die Miete für eine Wohnung in dieser Größe mit 12,18 € immer noch deutlich über dem österreichischen Durchschnitt.
Auch die Kosten für die Kinderbetreuung sind sehr hoch: und das trifft natürlich wieder die Familien mit Kindern: Die Ganztagesbetreuung in Kleinkindgruppen in der Stadt kostete 2019 durchschnittlich 393,00 €, im Lungau, Pongau, Pinzgau 201,20 € und im Flachgau und Tennengau 127,00 € monatlich. Ähnliche Kosten kommen auf die Eltern auch in alterserweiterten Gruppen zu. Und natürlich muss dann auch noch für das Mittagessen durchschnittlich 3,50 € pro Tag aufgewendet werden!
Sind die Kinder etwas älter, dann muss für die Ganztagsschule rund 150,00 € für den Elternbeitrag und das Mittagessen bezahlt werden.
Die Arbeiterkammer hat 2020 in einer Studie erhoben, dass für Nachhilfe durchschnittlich 510,00 € im Jahr ausgegeben werden. Alleine in Salzburg gibt es ungefähr 3.000 Kinder, die Nachhilfe gebraucht hätten, ihre Eltern die Kosten allerdings nicht aufbringen konnten.
Dabei sind die Einkommen im Bundesland Salzburg vergleichsweise niedrig: der durchschnittliche Jahresnettobezug (Daten 2019) betrug im Pinzgau 19.721,00 € und im Pongau 20.390,00 €. Das ist der dritt- bzw. fünfschlechteste Wert aller Bezirke in Österreich! Frauen verdienen noch viel weniger – bedingt natürlich auch durch die sehr hohe Teilzeitquote! Nur 46% aller Beschäftigten sind ganzjährig vollbeschäftigt.
Aber auch die Lebenshaltungskosten sind in unserem Tourismusbundesland sehr hoch! Und Corona hat diese Situation noch kritisch verschärft: Die massiv gestiegene Arbeitslosenrate hat die Einkommen mit nur 55% Arbeitslosengeld deutlich reduziert. Betroffen waren auch hier wieder vor allem Personen im eher niedrigen Einkommenssegment.

Die Schere zwischen arm und reich geht also noch weiter auseinander!

Im Land Salzburg muss daher noch viel getan werden, damit Kinderarmut abgeschafft wird! Die wichtigsten Hausaufgaben für die Politik in Salzburg liegen im Bereich Wohnen, Kinderbetreuung und Vereinbarkeit von Beruf und Familie!

Gerade die Kinder sind von davon besonders betroffen: sie leiden unter Ausgrenzung, haben oft keine gesunde und ausgewogene Ernährung, leben häufig in überbelegten oder feuchten Wohnungen. Die Folge sind körperliche Erkrankungen, existentieller Stress, Kopf- und Bauchschmerzen und Schlafstörungen.
Daher setzt sich die Volkshilfe massiv für das Modell der Kindergrundsicherung ein: dieses soll die Familienbeihilfe ersetzen und sicherstellen, dass alle Kinder in Österreich nicht mehr in Armut leben und damit die gleichen Zukunftschancen haben. Die geringste Zahlung für ein Kind wären monatlich 200,00 € und diese soll - nach Einkommen gestaffelt - bis auf maximal 625,00 € erhöht werden können.
Die Volkshilfe hat dieses Projekt mit 23 Kindern in ganz Österreich umgesetzt und wissenschaftlich begleitet: aus den ersten Ergebnissen ist ablesbar, dass sich die Kindergrundsicherung innerhalb von 10 Jahren für den Staat rechnet. Gesündere Kinder, längere und bessere Ausbildung bedeuten letztlich weniger Krankenstände und weniger Arbeitslose in der Zukunft!
Auch zukünftig wird die Volkshilfe Salzburg sich mit ihren Unterstützungsmöglichkeiten auf die Kinderarmut konzentrieren - also Spenden, die wir bekommen, zielgerichtet im Kampf dagegen zu vergeben!

Schon jetzt sind bei der Volkshilfe Österreich mit den Fonds KINDER.GESUNDHEIT.SICHERN und LERNEN.MÖGLICH.MACHEN einkommensabhängig finanzielle Hilfeleistungen für Kinder im Bereich Gesundheit (z.B. Heilbehelfe, Therapien, Selbstbehalte) und Bildung (Unterrichtsmaterialien, Schulveranstaltungen, Nachhilfe und ähnliches) möglich!
Mit dem eigenen Projekt der Volkshilfe Salzburg „Mut schaffen – Chancen erhöhen“ konnten 2020 einige iPads mit speziellen Apps und Programmen für Kinder, die nicht oder nur eingeschränkt kommunizieren können, angekauft und zur Verfügung gestellt werden!

 


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